Input-Referat Corporate Health Stage
25. März - 13:00–13:30 Uhr
New Work & Mental Health: Evidenz & Implikationen für die Praxis
Neue Formen der Zusammenarbeit stellen klassische Führungsstrukturen infrage, setzen stärker auf kollektive Selbstorganisation und sind ein Kernbestandteil aktueller New-Work-Ansätze. Doch wie wirkt sich das auf die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden aus? Der Vortrag fasst Ergebnisse eines Scoping Reviews zusammen, in dem 47 empirische Studien (2010–2024) zu den gesundheitlichen Chancen und Risiken neuer Zusammenarbeitsformen analysiert wurden.
Die Befunde zeigen: New-Work-Praktiken stärken zentrale arbeitsbezogene Ressourcen, insbesondere Autonomie, soziale Unterstützung und Vertrauen. Diese Ressourcen gehen nachweislich mit höherer Zufriedenheit, Motivation und Wohlbefinden einher. Damit birgt New Work ein grosses Potenzial zur Förderung mentaler Gesundheit. Gleichzeitig weist eine Reihe qualitativ orientierter Studien auf Überforderung, Rollenkonflikte und diffuse Verantwortlichkeiten hin, wenn Selbstorganisation unklar gestaltet oder kulturell nicht getragen wird. Die gesundheitlichen Effekte hängen somit entscheidend von der Art der Implementierung ab.
Der Vortrag zeigt anhand zentraler Evidenz, wie New Work gesundheitsförderlich gestaltet werden kann, und gibt konkrete Leitlinien für Organisationen, die kollektive Selbstorganisation, Agilität oder Shared Leadership einführen oder weiterentwickeln möchten. Ziel ist es, New Work nicht als Trend, sondern als gezielt gestaltbares Setting für mentale Gesundheit zu begreifen.

